Bettelheim, Ekstein, Federn: Impulse für die psychoanalytisch-pädagogische Bewegung. Mit einem Vorwort von Ernst Federn

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Roland Kaufhold (2001), Gießen (Psychosozial-Verlag).

REZENSIONEN

Berliner Literaturkritik - Rezension von Dr. Jos Schnurer

»Ernst Federn, Rudolf Ekstein, Bruno Bettelheim, diese drei Pioniere der psychoanalytisch-pädagogischen Bewegung, alle Anfang des 20. Jahrhunderts geboren, sind die Protagonisten einer Geschichte, die Roland Kaufhold mit Sachverstand und Einfühlungsvermögen nacherzählt hat. Alle drei trugen zur Weiterentwicklung der Pädagogischen Psychoanalyse bei – und jeder von ihnen setzte sich mit dem politischen Terror der Nationalsozialisten auseinander, dem er zeitweise ausgeliefert war. Alle drei überlebten – äußerlich; und jeder setzte sich mit den leidvollen Konsequenzen von Verfolgung, Haft und Exil innerlich auseinander. (...) Alle drei von Kaufhold portraitierten und anhand ihrer wissenschaftlichen Werke vorgestellten Pioniere verkörpern einen Teil der Geschichte der psychoanalytisch-pädagogischen Bewegung, deren Institutionalisierung im Roten Wien der 1920er Jahre begann. In den 1930er Jahren fand diese Geschichte (scheinbar) ein jähes Ende: Es folgten Verbot und Exil und ein langes Vergessen. Kaufhold hat die biographischen, wissenschaftlichen und politischen Details dieser Geschichte rekonstruiert und aufgezeigt, in welch breiter Verzweigung sich deren Einflüsse etwa in der Kinder- und Jugendlichenpsychotherapie bemerkbar gemacht haben. Kaufholds Sympathien liegen erkennbar bei den Protagonisten dieser Geschichte, aber auch bei denen, die sie als erste hierzulande wieder erinnert haben. (...) Roland Kaufhold gelingt es in seinem Buch, die Biografien der Vertreter der zweiten Generation der Psychoanalytischen Pädagogik zu einer ›Spurensuche‹ in der Geschichte und einer Weiterentwicklung der pädagogischen Disziplin zu etablieren…« Mehr: http://www.psychosozial-verlag.de/catalog/rezensionen.php?id=1044

psychosozial 26 - Rezension von Bernd Nitzschke

»Ernst Federn, Rudolf Ekstein, Bruno Bettelheim, diese drei Pioniere der psychoanalytisch-pädagogischen Bewegung, alle Anfang des 20. Jahrhunderts geboren, sind die Protagonisten einer Geschichte, die Roland Kaufhold mit Sachverstand und Einfühlungsvermögen nacherzählt hat. Alle drei trugen zur Weiterentwicklung der Pädagogischen Psychoanalyse bei – und jeder von ihnen setzte sich mit dem politischen Terror der Nationalsozialisten auseinander, dem er zeitweise ausgeliefert war. Alle drei überlebten – äußerlich; und jeder setzte sich mit den leidvollen Konsequenzen von Verfolgung, Haft und Exil innerlich auseinander. (...) Alle drei von Kaufhold portraitierten und anhand ihrer wissenschaftlichen Werke vorgestellten Pioniere verkörpern einen Teil der Geschichte der psychoanalytisch-pädagogischen Bewegung, deren Institutionalisierung im Roten Wien der 1920er Jahre begann. In den 1930er Jahren fand diese Geschichte (scheinbar) ein jähes Ende: Es folgten Verbot und Exil und ein langes Vergessen. Kaufhold hat die biographischen, wissenschaftlichen und politischen Details dieser Geschichte rekonstruiert und aufgezeigt, in welch breiter Verzweigung sich deren Einflüsse etwa in der Kinder- und Jugendlichenpsychotherapie bemerkbar gemacht haben. Kaufholds Sympathien liegen erkennbar bei den Protagonisten dieser Geschichte, aber auch bei denen, die sie als erste hierzulande wieder erinnert haben: »Die Psychoanalytische Pädagogik ist im deutschsprachigen Raum in Folge der 68er-Bewegung wiederentdeckt worden« (...) Widerstand und Widerstehen erinnert und diese Erinnerung an die nächste (Leser-)Generation weitergegeben zu haben, das ist Kaufholds bleibendes Verdienst…« Mehr: http://www.psychosozial-verlag.de/catalog/rezensionen.php?id=1043

Politische Psychologie - Rezension von Michael Löffelholz

»Das Buch kann allen empfohlen werden, die im Grenzbereich von Psychologie und Pädagogik – insbesondere mit schwierigen Kindern und traumatisierten Menschen – arbeiten…«

Luzifer-Amor. Zeitschrift zur Geschichte der Psychoanalyse - Rezension von Thomas Aichhorn

»Roland Kaufholds Buch verdeutlicht das Scheitern der ersten Zeit Psychoanalytischer Pädagogik an der politischen Wirklichkeit, und es erinnert an die drei Pioniere der zweiten Generation der Psychoanalytischen Pädagogik...Das Buch stellt eine überaus wertvolle Quelle dar, nicht nur was das leben und werk von Bettelheim, Ekstein und Federn betrifft, sondern auch als eine Erinnerung an den Zweig der Psychoanalytischen Bewegung, den Freud für den hoffnungsvollsten gehalten hat. (…) Das Buch stellt eine überaus wertvolle Quelle dar, nicht nur was das Leben und Werk von Bettelheim, Ekstein und Federn betrifft, sondern auch als eine Erinnerung an den Zweig der Psychoanalytischen Bewegung, den Freud für den hoffnungsvollsten gehalten hat…«

Zeitschrift für Heilpädagogik 2002 - Prof. Dr. Manfred Gerspach

„Roland Kaufhold beginnt mit dem Satz: "Mit diesem Buch möchte ich Lücken im Gedächtnis der Psychoanalytischen Pädagogik schließen." (…) Kaufhold hat in den letzten Jahren bereits erstaunlich viel historische Aufklärungsarbeit geleistet. Maud Mannoni, Bruno Bettelheim, Rudolf Ekstein und Ernst Federn waren schon immer Persönlichkeiten aus der pädagogischen und therapeutischen Arbeit mit schwierigen und auch behinderten Kindern, mit denen er sich ebenso intensiv wie unermüdlich auseinandergesetzt hat. 
In dem nun vorliegenden Band bündelt Kaufhold seine Forschungsarbeiten zu den drei Letztgenannten auf beeindruckend übersichtlich strukturierte Weise. (…) Man muß wissen, dass die Tradition der Psychoanalytischen Pädagogik, wie der Psychoanalyse überhaupt, durch die Ära des Nationalsozialismus eine schreckliche Zäsur erlitt. Die meisten Vertreter dieser Richtung mussten fliehen, in der Regel in die USA, nicht alle von ihnen kehrten zurück. 
Alle drei hier vorgestellten Männer waren als österreichische Juden, Psychoanalytiker und politische Gegner der Faschisten Opfer dieser Willkürherrschaft. Ihre Biographien legen beredt Zeugnis ab von ihrem persönlichen Schicksal wie ihrem eng damit verbundenen beruflichen Wirken. (…)
Dieses Buch kann ich jedem empfehlen, der sich für die pädagogische Arbeit mit traumatisierten und behinderten Menschen interessiert.“ Mehr: http://www.suesske.de/kaufhold-1.htm

Kinderanalyse 3/2003 – Ute Benz   

„Nichts kann darüber hinwegtäuschen, dass die Abneigungen gegen die Psychoanalyse hierzulande keine Privatangelegenheit waren, sondern dass sie zur staatlich institutionalisierten Verfolgung wurden, dass als undeutsch galt, was als „jüdisch zersetzend“ und gefährlich für den deutschen Volkskörper diskreditiert war. (…)

Roland Kaufhold leistet in seiner Studie einen wichtigen Brückenschlag. Indem er die tiefen Brüche, die zerstörten Biographien sowie die Entwicklung ihres Lebenswerkes von drei Vertretern der psychoanalytischen Pädagogik aus Wien nachzeichnet – denen gemeinsam ist, dass sie Juden in Wien, Antifaschisten, vom Nationalsozialismus verfolgt, im KZ und in den USA im Exil waren und endlich doch die Wiederanknüpfung an Deutschland/Österreich betrieben –, macht Kaufhold den Lesern klar, warum sie nicht einfach über die Geschichte hinweg zur Tagesordnung der praktischen Anwendung psychoanalytischer Erkenntnisse in der Pädagogik übergehen können.

Kaufhold bietet einen eindrucksvollen Weg an zur Auseinandersetzung mit der historischen Dimension der Psychoanalyse in der NS-Zeit und im Exil, indem er Leben und Werk von Bruno Bettelheim, Ernst Federn  und Rudolf Ekstein zitatenreich vorstellt. (…) Die unaufhebbare Distanz zwischen Opfern und Nichtopfern bleibt spürbar, und dies ist durchaus ein Vorzug dieser Arbeit.“ Mehr: http://www.suesske.de/kaufhold-1.htm